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Gad, Josephin

Auf einem Bauernhof im Herzen von Kroatien wurde die Autorin als eines von vielen Kindern geboren – von den friedliebenden Eltern Maria und Joseph. Der Zweite Weltkrieg hat deutliche spuren hinterlassen, insbesondere in den Herzen der Menschen. Als kleines Mädchen erfährt sie, dass ihre ältere Schwester im Alter von elf Jahren von einer deutschen Granate getötet wurde. Kurze Zeit später starb auch die zweite Schwester im Alter von acht Jahren. Immer wieder bekommt sie mit, wie die Mutter den kleinen Wald nahe des Familienhauses aufsucht. Sie sitzt dort vor einem Erdloch und weint leise vor sich hin. das ist die Stelle, an der die Granate ihre Spuren in der Erde hinterließ und das junge Leben auslöschte. in ihrer Familie wird nicht darüber gesprochen. in den Siebzigerjahren lernt die Autorin einen deutschen Mann kennen. Als das Erziehungsprodukt ihrer Eltern hat sie keinerlei Vorurteile oder Hassgefühle bezüglich der Vergangenheit. »Mutter, mein Freund ist Deutsch«, sagt sie, als die Liebe stärker wird. »Mein Kind, dein Freund kann nichts dafür, er ist nicht Schuld am Tod deiner Schwester. Schuld und Hass soll man nicht vererben, jeder ist für sich selbst dafür verantwortlich, was er tut oder unterlässt.« Das war die Antwort ihrer Mutter, die sie bis heute prägt. in den Siebzigerjahren heiratet die Autorin einen gebürtigen Berliner, mit dem sie bis heute in Berlin lebt. Sie ist Mutter von drei Kindern und arbeitet als Kosmetikerin.