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Leonhardt, Klaudia

Meine Wiege stand 1937 in dem damals kleinen Fischerdorf Neukuhren an der Samlandküste in Ostpreußen. Dieser kleine Ort liegt ca. 35 km nördlich von Königsberg, dem heutigen Kaliningrad, direkt an der Küste. Ich wurde mit Ostseewasser getauft und spielte die ersten sieben Jahre meines Lebens mit den Fischerkindern und baute Sandburgen am Strand. 1944, ein Jahr vor Kriegsende, begann meine Mutter mit uns Kindern die Flucht nach Westen, die im Mai 1945 in der Oberpfalz endete. Heimatlosigkeit, Armut und unvorstellbare Demütigungen begleiteten uns noch lange. Schließlich konnten wir 1946 in Nürnberg sesshaft werden. Was für ein Glück: Wir hatten eine eigene Wohnung. Mein Vater hatte Arbeit als Bauingenieur, und wir Kinder konnten regelmäßig zur Schule gehen. Ich durfte ein Jahr die Internatsschule der Diakonissenanstalt »Martha Maria« in Nürnberg besuchen, anschließend das»Seminar für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen« und als Erzieherin arbeiten. 1959 heiratete ich den Bauingenieur Karl-Heinz Leonhardt. Wir zogen nach Hamburg, wo auch 1961 unsere Tochter geboren wurde. 1964 verlegten wir unseren Wohnsitz nach Baden-Württemberg. 1971 begann ich beim »Staatl. Forstamt« in Sindelfingen, war 21 Jahre Forstamtsangestellte. Nach meinem Ausscheiden nahm ich ein Weiterbildungsangebot wahr und arbeitete bis zu meinem 60. Lebensjahr als Sachbearbeiterin in einem heimischen Unternehmen.