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Schaller, Negin

Ich kam vor etwa fünfzig Jahren in Teheran, in Persien, auf die Welt,
mit 17 kam ich nach Wien, Österreich, welches zum Land der Berge zählt.

Eine glückliche und unbeschwerte Kindheit, kann ich heute sicher sagen,
ist, was ich mitnahm an all ihren schönen und unvergesslichen Tagen.

Es kam die Zeit, wo ich wusste, dass ich schon erwachsen geworden bin.
Als ich bemerkte, dass Glück nicht von alleine kommt, war es der Beginn.

Ich studierte Medizin und wurde Ärztin, was immer mein großer Wunsch war,
ich war glücklich, bis Parkinson mich begrüßte in meinem 40. Lebensjahr.

Natürlich hatte ich, so wie bei den meisten, auch ein Auf und Ab im Leben,
aber gerade zu diesem Zeitpunkt konnte ich mich insgesamt zufrieden geben.

Ich übte meinen Beruf als HNO-Fachärztin gerne aus, und es war privat
mit einem netten Ehemann und zwei so lieben Kindern alles okay in der Tat.

Ich konnte es zuerst nicht glauben. Warum ich? Es war für mich unerklärbar,
so richtig nahm ich es erst einige Jahre nach der Diagnose wirklich wahr.

Ich fand langsam Freude daran zu schreiben, und so kam ein erstes Gedicht,
nämlich dieses: Fürs Wie gibt es immer eine Antwort, fürs Warum aber nicht.

Später dann (Dialog mit der Welle) konnte ich schon besser damit umgehen,
indem ich lernte, den Gewinn, der jeden Verlust begleitet, auch zu sehen.

Die Krankheit hat mir zwar den größten Kampf angesagt, aber ich vermeide
zu sagen: Sie hat es geschafft, mich zu besiegen, oder dass ich daran leide.

Ob Du Dich auch im Krieg befindest oder Frieden kommt zum Vorschein:
Möge dieser Gedichtband in jeder Hinsicht für Dich ein netter Begleiter sein.

Anfang 2019 erscheint der Titel in unserer »edition anthrazit« in der englischsprachigen Ausgabe.