Gedichtgedichte

Rieger, Thomas

Thomas Riegers Lyrik berührt durch ihre tiefe, in der Auseinandersetzung mit dem Leben errungene Symbolik.

Kein Gedicht ist ohne Bezug auf die Befindlichkeit des Verfassers – und manch lyrische Arbeit verlangt nach Wiederholung der Begegnung. Eine aufs Äußerste reduzierte Sprache schafft farbenreiche, mitunter in die Abstraktion führende Bilder, die Gefühlssituationen widerspiegeln, welche allem anderen elementar zugrunde liegen, aber häufig im Erwachsensein verschüttet werden. Sie verführen uns, das staunende Kind in uns zu wecken und wundersame Rätsel zärtlich zu hüten.

farben brauchen zeit

farben brauchen zeit
während das hoffen
in uns nagt

zur roten stunde
tobt die angst

hohe sterne
tanzen langsam

bis morgen
bleibt alles
neu

Über den Autor

Thomas Rieger lebt als freiberuflicher Autor und Redakteur in Wien und in Apulien. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. das Ehrenkreuz für Wissenschaft u. Kunst, die Albert Schweitzer-Medaille sowie die zweifache Verleihung des Wiener Lyrikpreises. Bisher erschienene Lyrikbände: »Sehversuche« (Wien), »Empfänger des Augenblicks« (St. Georgen an der Gusen) und »Narrenfressen« (Wien).

Mehr zum Autor finden Sie auf seiner Homepage.

Autoren von A-Z