Kleiner Grenzverkehr Roman

Jurgensen, Manfred

In der Gestalt seines jugendlichen Erzählers Gerhard Schlicht verbindet Jurgensen ein Kapitel deutscher Zeitgeschichte mit der Suche nach gesellschaftlicher Geborgenheit. Auf dem kleinen Fördeschiff Libelle treffen die satirischen Maskeraden des Wehrdienstverweigerers mit denen des sich anbahnenden deutschen Wirtschaftswunders zusammen. Dabei zeichnet der Autor eine Chronik der Nachkriegszeit, der frühen Jahre in Familie, Schule und seiner heimatlichen Grenzstadt Flensburg, in der das Dritte Reich zwischen Spuk und letztem Terror sein Ende fand. Schlichts Wehrdienstverweigerung gibt sich als Flucht in eine Liebe zu erkennen, deren volle Bedeutung er erst allmählich zu begreifen beginnt. Geschrieben mit parabolischer Ironie, symbolischem Spott und feinfühliger Zärtlichkeit ist Jurgensens Kleiner Grenzverkehr ein intimer Rückblick auf die Anfänge der Bundesrepublik und die Selbstbestimmung eines jungen Menschen im Kontext der Erwartungen einer ambivalenten neuen Gesellschaft.

Über den Autor

Manfred Jurgensen, geb. 1940 in Flensburg, lebt seit 1961 in Australien. Bis 1999 wirkte er als Professor für Neuere Deutsche Literatur an der University of Queensland. Er veröffentlichte in englischer und deutscher Sprache über 30 Bücher: Romane, Gedichtbände, Dramen, eine Autobiografie, Übersetzungen und literaturwissenschaftliche Werke. Im Karin Fischer Verlag erschienen seine Gedichtbände »Liebe und andere Legenden« (2011) und »Nahe Ferne« (2012) sowie die Romane »Kleiner Grenzverkehr« (2012) und »Deutschland einst und dereinst« (2018).

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