Libellenduft Gedichte

Tiedemann, Renate

Libellenduft

Frisch spült die Luft
in die Nacht hinein
und flüstert von
Lidern im Sonnenschein,
von samtenen Pfoten
und prachtvollem Fell.
Niemals erschien mir
die Steppe so hell.

Ein Duft von Libellen
hängt noch
im Haar,
das bläuliche Kleid
es wirket so nah,
wie’s wispert
und pispert
ins taufrische
Tal.

»In meinen Gedichten geht es um besondere menschliche Befindlichkeiten, die uns alle betreffen. Durch einen Impuls ausgelöst, kommen sie zum Vorschein, wirken in uns, ziehen sich wieder zurück, hinterlassen Spuren. In mir lösen solche Vorgänge Sprachbilder und -klänge aus, die in Verse fließen und so die immer wieder anderen Erfahrungen kaleidoskopisch verwahren und mitteilen. Man befindet sich auf ›langen Straßen‹, tanzt mit Tulpen und Gräsern, begibt sich auf ›Schnitterreise‹. Auch Motive aus philosophischem Kontext wie der ›Große Mittag‹ oder das ›Gestell‹ tauchen auf. Mit der Veröffentlichung lade ich Sie ein, den Gedichten auf Ihre Art zu lauschen und nachzuspüren.« R. T.

Über den Autor

Renate Tiedemann, geb. 1943 in Bad Oldesloe und in Ahrensburg aufgewachsen. Reimerin und Verseschreiberin ist sie seit ihrer Kindheit. Nach dem Abitur studierte sie am Pädagogischen Institut der Universität Hamburg und arbeitete mehrere Jahre an Grundschulen und Realschulen in Hamburg und Ahrensburg. Die intensive Beschäftigung mit philosophischen Fragen in Philosophie-Seminaren prägen ihr Leben und Denken bis heute und wirken sprachlich in ihre Gedichte hinein. 2014 erschien im deutschen lyrik verlag (dlv) ihr Buch »Libellenduft«.

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