Musst ja nicht warten Gedichte

Baudach, Siegfried

Musst ja nicht warten

Eins meiner Gedichte, wünschte ich, wäre ein Stein,
ein aus sich glänzender, glitzernder und sehr rein.
Nur einer unter den vielen sollte es sein:

Eben ein schöner Stein.

Oder sollte ich – wenn ich bescheiden bin – sagen:

Stell dich drauf – du bist so klein, kannst ihn nicht tragen,
auf ihm bist du größer, musst keinen fragen:

Das sollte ich sagen.

Es kann auch sein, du willst dich ausruhen und warten,
dann soll das Gedicht eben so sein, um zu starten,
dann setzt du dich auf den Stein, entgegen allen,
die harrten.
Musst ja nicht warten.

Über den Autor

Siegfried Baudach, geb. 1940. Postfachschule, Abschluss Kulturwissenschaft an der Humboldt Universität Berlin. Tätig im gewerkschaftlichen Kulturbereich Post- und Bahn-Bezirk Berlin. Nach Lehrzeit Korrespondent in Bezirkspresse, Arbeit in Arbeitsgemeinschaften; Literaturinstitut Leipzig (Abschluss 1975). – Veröffentlichungen: Erzählungen in Anthologien, Gedichte in Wochenzeitschriften und im Internet. Teilnahme an der Anthologie »Lyrik und Prosa unserer Zeit« des Karin Fischer Verlags, Neue Folge, Bde. 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27 und 28.

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