Satiren Satirischer Spiegel,
Lucilius – ein pädagogischer Versuch,
Satirische Oden

Ragaller, Heinrich

Wie wirst wohl du enden, so fragt’ ich oft mich,
doch umsonst. Nur gut, daß dem so gewollt ist,
denn als Irre jagten wir Menschen, wär‘ es
anders geordnet.
So den Taglauf wickelst du ab ohn’ Sorge,
tust, was heut getan werden muß, besinnst dich
deiner Pflichten, ohne zu murren – das nun
nenn ich ein Leben!
Leugnen will ich’s nicht, daß zuweilen Lust mir
kommt beim Blättern in den Gazetten: Dort sind
ja die Todesfälle verzeichnet, manchmal
auch noch die Ursach’.
Gestern stand zu lesen, sie sei verstorben
»an dem Zucker, wie es dem Herrn gefallen«,
einundsechzig sei sie geworden, »dankbarst
zeichnen die Kinder …«

Über den Autor

Heinrich Ragaller, geb. 1925 in Gießen, Dr. phil., studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Germanistik in Berlin, Freiburg und Würzburg. War als Kunsthistoriker im Museumsdienst tätig. Lebt seit 1988 am Starnberger See. Veröffentlichungen: »Gedichte – Karische Sänge« (München 1964); »Aurora/Schauspiel« (Dießen 1968); »Positionen/Gedichte« (ebd. 1966); »Elmquists Reise in den Süden/Erzählung« (ebd. 1998); »Mein kleines Bildarchiv/Gedichte mit Illustrationen« (ebd. 2001); »Freund Fu/Erzählung, Das Klangholz angeschlagen/Gedichte« (ebd. 2000); »Im Schattensieb/Gedichte, Tankred/Begebenheiten aus seinem Leben« (ebd. 2005); »Erzählungen« (ebd. 2007); »Dramen« (ebd. 2007); »Traumbaum/Gedichte« (deutscher lyrik verlag/Karin Fischer Verlag, Aachen 2012); »Satiren/Satirischer Spiegel, Lucilius – ein pädagogischer Versuch, Satirische Oden« (ebd. 2016) und »Apollodor oder Die Reise/Stück in zehn Szenen« (ebd. 2017).

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