Spielräume zwischen
Flucht und Umarmung Gedichte

Faulstich, Werner

Einen Gedichtband wie diesen kann man nicht in einem Zug durchlesen, gleichsam von Anfang bis Schluss. Vielmehr erfordert jeder einzelne Text eine neue Annäherung – Zeit, ihn auf sich wirken zu lassen und seine Aussage zu begreifen. Solches Gedichtlesen kann auch als ein Stück Auseinandersetzung mit sich selbst verstanden werden. Maßstab zur Beurteilung lyrischer Texte ist für die meisten Menschen primär das persönliche Gefallen; Gedichte sind subjektiver als andere Literatur. Und die Akzeptanz eines Gedichts durch seinen Verfasser ist – zumindest für ihn – das einzige Kriterium für eine Veröffentlichung. Das steckt auch den Wahrnehmungshorizont für andere ab. Die Hoffnung ist bescheiden: dass der eine oder andere Text auch der Leserin oder dem Leser einfach gefällt. Die thematische Bandbreite zwischen Flucht und Umarmung bietet genügend Spielräume, sich dabei zu verorten und auszuleben.
(Aus dem »Vorwort« des Autors)

Wenn die blätterlosen Zweige
sich so langsam im Wind bewegen,
als wären sie erstarrt,
und die Wolken sich
wie Betonreliefs
am Himmel türmen,
kann man gut spazieren gehen
und die Seele baumeln lassen.

Über den Autor

Werner Faulstich (1946–2019). Studium der Philosophie, Germanistik, Anglistik in Frankfurt / Main. Assistant Teacher in Epsom/Surrey. Wissenschaftliche Tätigkeit an den Universitäten Tübingen, Siegen, Las Vegas, Lüneburg. Zahlreiche Vorträge und Publikationen.

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