Wolkenflug
und kleiner deutscher Bilderbogen

Axer, Jutta

Es wird nicht im Gleitflug mit einer rosa Brille über deutsche Befindlichkeiten hinweggeeilt, so wie sie sich heute in Ort- und auch Landschaften präsentieren. Sehen ohne mediale Brille ist Hinsehen. Da kugelt es nicht ineinander verknäuelt herum, was die Prise Hoffnung, die nette Illusion, die Prise Schönheit und vor allem die spitze Kritik genannt wird. Es ist schlichtweg als solches entnehmbar, irgendwie getrennt betrachtet, an ironischer Perspektive entlangschrammend, in Satzgefügen verpackt und in Bildern wie Wegweiser aufgestellt. Direktes Wahrnehmen lässt persönliches Bewusstsein entstehen, und das braucht man, um ja und um nein sagen zu können. Macht man sich daran, neue Versatzstücke für eine andere Realität zu suchen, dann muss man gewaltig aufpassen, und das fängt schon da an, wo es darum geht, etwas wegzuwerfen. Was soll man behalten, was aber nicht?

Über den Autor

Jutta Axer, geb. 1945 in Celle. Germanistik- und Romanistikstudium in Göttingen, Schuldienst in Niedersachsen und Baden-Württemberg, dabei tätig an Gymnasium und Realschule, seit 1984 in Ettlingen wohnend.

Autoren von A-Z