In unregelmäßigen Abständen erscheinen hier Nachrichten zu Neuigkeiten im Karin Fischer Verlag und im deutschen lyrik verlag (dlv), aber auch Informationen, Kommentare, Meinungen und Glossen über dies und  das auf dem deutschen Buchmarkt, übers Büchermachen und den Handel mit Büchern, sei es nüchtern in Kurzform als aktuelle Branchenmeldung oder als knappe, zuweilen auch polemisch-feuilletonistischer Kommentar zu aktuellen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Ereignissen rund ums Buch.

30 Jahre Karin Fischer Verlag

Im Herbst 2019 wird der Karin Fischer Verlag 30 Jahre alt. Zum Jubiläum startet eine Buchreihe mit besonderer Ausstattung. Nähere Informationen hierzu und zu weiteren Aktivitäten werden Anfang des kommenden Jahres mitgeteilt. (31.10.18)

Reduzierter Mehrwertsteuersatz für E-Books in Sicht

Während das Kulturgut »Buch« – gemeint ist das Druckerzeugnis, also lt. Wikipedia-Wissen »die Sammlung von bedruckten, beschriebenen, bemalten oder auch leeren Blättern aus Papier oder anderen geeigneten Materialien, die mit einer Bindung und meistens auch mit einem Bucheinband (Umschlag) versehen ist« – während also das Kulturgut »Buch« sich seit eh und je aus gutem Grund des reduzierten Mehrwertsteuersatzes von 7 % erfreut, genießt das junge E-Book bislang nicht diesen Vorteil, sondern wird (noch) mit 19 % Mehrwertsteuer belastet.
Jetzt aber ist Änderung in Sicht, denn der Rat für Wirtschaft und Finanzen (ECOFIN) der EU hat sich Anfang Oktober d.J. einstimmig für die steuerliche Gleichbehandlung von gedruckten und elektronischen Büchern ausgesprochen, sodass mit einer entsprechenden deutschen Regelung nach Klärung noch einiger Details für spätestens 2020 gerechnet werden kann.
Alles andere wäre wohl auch denkbar merkwürdig gewesen, denn das Schutz- und Förderungswürdige beim Kulturgut »Buch« dürfte wohl kaum für eine Ansammlung von Kohlepartikeln auf stapelweise zusammengefügtem Papier gegeben sein, sondern für den mit der vermittelnden Hilfe dieses Mediums möglich werdenden Kommunikationsprozess zwischen Autor und Leser, den in gleicher Weise das E-Book eröffnet, wenn auch haptisch weniger ereignisreich. Das sehen möglicherweise indes vorrangig Kulturbeleckte und Literaturbeflissene so, der Finanz- und Wirtschaftsexperte mag da andere Einsichten haben, was keineswegs unterstellen will, dieser hätten keinen Sinn für Literatur. Denken Sie in diesem Zusammenhang an A. Breton, den Papst und Begründer des Surrealismus, der die künstlerische Kreativität des Bankers selbst in dessen beruflichem Schalten und Walten erblickte. Kommt dann noch die Liebe zur Literatur und Kunst hinzu, mag man schon der ganz besonderen Spezies der Verleger sehr nahe gekommen sein, sollen doch diese sich idealiter durch stetiges Harmonisieren kaufmännischen und kulturellen Denkens auszeichnen. Nun denn! (31.10.2018)

Buchmesse Frankfurt 2018
oder Von Büchern und Handtaschen

Die 70. Frankfurter Buchmesse schloss am 21. Oktober ihre Tore und war mal wieder ein großer Erfolg, auch für den Karin Fischer Verlag, der zum 29. Mal in Folge in Frankfurt vertreten war.
285.024 Besucher zählte die weltgrößte Bücherschau, an der insgesamt 7.503 Aussteller aus 109 Ländern teilnahmen. Das ist beachtlich und erfreulich. Weniger erfreulich sind Eintrittspreise bis zu 72 Euro an den sogenannten Fachbesuchertagen von Mittwoch bis Freitag. Das ist nur ärgerlich. Auch Autoren sind Fachbesucher. Und Verlage erhalten kostenfreien Zutritt nur in kleiner Anzahl, die in den meisten Fällen gerade für die auf der Messe anwesenden Verlagsmitarbeiter reichen. Sind Verlage, wie auch der Karin Fischer Verlag, regelmäßig auf der Leipziger und der Frankfurter Buchmesse präsent, muss das Finanzielle erst einmal gestemmt werden, zumal in Zeiten, die für den Buchhandel nicht mehr als die fetten gelten können.
So nimmt es nicht wunder, dass dieses Jahr in Frankfurt eine ganze Reihe namhafter und ehrenwerter Verlage, aber auch Dienstleister wie z.B. Großdruckereien, fehlten oder sich bewusst kleiner setzten.
Dafür boten weiterhin vermehrt Weinbauern, Starköche und manch andere Anbieter aus der Foodbranche genussreichen Ausgleich (was wohl zum Konzept der neuen Messe gehört), oder Verkäufer durchaus hübscher Handtaschen. Das lässt das Event Buchmesse aufblühen, es wird bunter. Es gibt wahrlich (noch) mehr zu gucken. Und Vielfalt lockt.
Bleibt zu hoffen, dass auch in zehn Jahren noch Besucher wegen der Bücher auf die Messe kommen und dass es einem verwirrten Besucher an der Information, der nach Ständen mit Büchern fragt, nicht widerfährt, dass die um Auskunft gebetene Servicekraft ihren Kollegen fragt: »Julius, gibt es auch Bücher auf der Messe?«
Hoffen wir auf wünschenswerte Ausgewogenheit und irgendwie Einheit in der Vielfalt. (24.10.2018)