In unregelmäßigen Abständen erscheinen hier Nachrichten zu Neuigkeiten im Karin Fischer Verlag und im deutschen lyrik verlag (dlv), aber auch Informationen, Kommentare, Meinungen und Glossen über dies und  das auf dem deutschen Buchmarkt, übers Büchermachen und den Handel mit Büchern, sei es nüchtern in Kurzform als aktuelle Branchenmeldung oder als knappe, zuweilen auch polemisch-feuilletonistischer Kommentar zu aktuellen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Ereignissen rund ums Buch.

Frankfurter Buchmesse 2020 · Wir sind dabei! · Digitale Buchmesse

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Update
Auch wenn es dieses Jahr keine Präsenzmesse in Frankfurt geben wird (diese wurde kurzfristig abgesagt), so sind wir Teilnehmer an der Digitalen Buchmesse Frankfurt 2020!

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Auch wenn viele Verlage ihre Präsenz auf der Frankfurter Buchmesse 2020 bereits abgesagt haben – der Karin Fischer Verlag und der deutsche lyrik verlag sind in Frankfurt mit ihren Neuerscheinungen vertreten!

Sie finden unsere Bücher vom 14.–18.10.2020 in Halle 3.1 · Gang H · Stand 57!

Aktuelle Informationen zur Buchmesse finden Sie unter: https://www.buchmesse.de

 

 

 

Vorübergehende Reduzierung der Mehrwertsteuer

Wie sicherlich mittlerweile allseits bekannt ist, hat sich die große Koalition auf eine vorübergehende Reduzierung der Mehrwertsteuer geeinigt. Für den Zeitraum vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 soll der – für Bücher gültige – verminderte Mehrwertsteuersatz von 7 % auf 5 % gesenkt werden.

Die Frage die sich Verlagen und Lesern stellt lautet: Hat diese Änderung Auswirkungen auf den gebundenen Ladenpreis?

In der Regel und bei allen Titeln des Karin Fischer Verlags und des deutschen lyrik verlags lautet die Antwort nein. Eine »automatische Herabsetzung« des gebundenen Ladenpreises wird es nicht geben, da in § 5 Abs. 1 BuchprG ist festgelegt ist, dass es sich beim gebundenen Ladenpreis um einen »Preis einschließlich Umsatzsteuer (Endpreis)« handelt. Letztendlich ändert sich also der Verkaufspreis für ein Buch nicht. Ein Verlag könnte eine offizielle Ladenpreisaufhebung beantragen. Diese wird dann für jedes einzelne Buch vom Verlag beantragt, der dies mit einer Vorlaufzeit von zwei Wochen anmelden muss und dann müsste ein Verlag dies nach sechs Monaten erneut für jeden einzelnen Buchtitel erneut anmelden, wenn die Mehrwertsteuer wieder erhöht wird. Ein Riesenaufwand, der bei einem Ladenpreis von durchschnittlich 10 Euro und einer möglichen Ersparnis für den Verbraucher in Höhe von 0,19 Euro pro Buch schlicht und einfach viel zu teuer wäre.

Das VLB bestätigt: Verlage reagieren auf die Corona Pandemie und lassen ihre Bücher später erscheinen

In der Mai-Ausgabe des Börsenblatts hat das VLB (Verzeichnis Lieferbarer Bücher) aufgezeigt, dass die Verlage ihre Neuerscheinungen bisher zu über 50 % verschoben haben. Die üblichen Werte wurden damit um ein Vielfaches überstiegen. Insgesamt sind davon mehr als 12.500 Neuerscheinungen betroffen. Viele Verlage können heute noch nicht beziffern, wie viele Titel nach 2021 verschoben werden. Momentan haben die meisten Verlage ihre Neuerscheinungen vorerst in den Herbst verschoben. Die Entwicklungen bezüglich der Frankfurter Buchmesse werden hier sicherlich noch das ein oder andere bewirken.

Zumindest können wir positiv vermelden, dass krankheitsbedingt bisher kein Mitarbeiter des Karin Fischer Verlags und des deutschen lyrik verlags ausgefallen ist, und ein Teil der Mitarbeiter wieder in den Verlagsräumen arbeitet.

Brief des Verlegers zur aktuellen Situation · April 2020

In diesen unseligen Zeiten der Corona-Pandemie und der mit dieser einhergehenden Änderungen der allgemeinen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten, bis hin zu einer möglichen neuen Weltordnung, sind auch wir gehalten, vorübergehend neue Gestaltungsmöglichkeiten und Änderungen für unsere Verlagsarbeit zu erstellen.

Wie die meisten der großen Publikumsverlage verschieben wir die Erscheinungs- und Auslieferungstermine unserer für dieses Jahr geplanten Neuerscheinungen um zwei bis drei Monate. Dies gilt auch für die Versendung der meisten Korrekturabzüge an Sie, ob es sich um Einzelveröffentlichungen oder Anthologieprojekte handelt. Wir bitten diesbezüglich um Ihr Verständnis.

Alle Mitarbeiter des Verlags arbeiten seit Wochen im Homeoffice. Die Leipziger Buchmesse musste bereits ausfallen, alle Buchhandlungen sind geschlossen, Druckereien arbeiten, wenn überhaupt, nur eingeschränkt oder mussten Kurzarbeit beschließen.

Wie Sie vielleicht schon den Medien entnehmen konnten, hat amazon.de Bücher als »nicht priorisierte Waren« eingestuft und bestellt seit dem 17.3.2020 keine Bücher mehr nach. Diese Meldung haben wir von amazon.de selbst erhalten. Das bedeutet, dass Sie dort jetzt oft für Ihr Buch die Information erhalten, dass keine Bücher mehr verfügbar sind oder die Lieferzeit viele Wochen beträgt … Wir als Verlage haben keinerlei Einfluss auf die Strategien dieses für den Buchverkauf zweifelsohne wichtigen Händlers und können Ihnen leider auch keine positiven Rückmeldungen geben, dass dieser seine Einstellung zeitnah ändert. Deshalb unsere Bitte: Verweisen Sie interessierte Buchkäufer auf andere Portale wie lehmanns.de, buecher.de, bol.de und viele andere, die weiterhin voll im Einsatz sind. Wir hoffen, dass die Nachfrage an Büchern Amazon bald zu einer Änderung seiner Einstellung bringt.

Solange die Buchhandlungen geschlossen bleiben müssen und andere Beschränkungen nicht zumindest zum Teil aufgehoben sind, macht es derzeit nur bedingt Sinn, z.B. für unsere seit Februar/März lieferbaren Neuerscheinungen Rezensions-, Prüf- und Lese-Exemplare zu verschicken, auch wenn unser Auslieferer Sigloch Distribution ohne Einschränkungen arbeitet und jede Bestellung ausliefert. Wir nehmen alle Buchbewerbungen und Marketingaktivitäten wieder verstärkt auf, sobald die Buchhandlungen wieder öffnen dürfen und Amazon sowie der Zwischenhandel wieder weitgehend uneingeschränkt handeln kann.

Abschließend freuen wir uns, Ihnen mitteilen zu können, dass alle Mitarbeiter des Verlags gesund sind, was uneingeschränkt auch für unser Unternehmen gilt.

Freuen wir uns gemeinsam auf die baldige sukzessive Änderung der Verhältnisse, auf eine spannende und anregende Frankfurter Buchmesse im Herbst. Spätestens dann sollte manches wieder normalisiert sein.

Verzagen wir bis dahin und darüber hinaus nicht vor den ungewohnten Herausforderungen und Zwängen, solange diese wirklich unvermeidbar sind, um unser aller Gesundheit zu schützen und zu erhalten. Seien wir besonnen und wachsam, wenn es darum geht, unsere Freiheit zu bewahren.

Bleiben Sie, Ihre Lieben und Freunde gesund, auf dass wir alle gemeinsam wieder glücklichere und selbstbestimmte, freiheitliche Zeiten vor uns haben.

Mit herzlichen Grüßen aus Aachen
Ihr Dr. Manfred S. Fischer

Corona-Virus

Auch wir haben uns jetzt entschlossen, ins Home-Office zu gehen, um mitzuhelfen, die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen. Selbstverständlich stehen wir Ihnen weiterhin nach besten Möglichkeiten zur Verfügung. Wir hoffen, dass sich bald alles wieder zum Guten wendet.

Bleiben Sie gesund!

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Team des Karin Fischer Verlags

Unterstützen Sie den Buchhandel!

Da der stationäre Buchhandel in fast allen Bundesländern schließen mussten, bieten viele Buchhandlungen Onlineshops und Lieferdienste an. Es würde uns freuen, wenn Sie auch weiterhin die Buchhandlung Ihres Vertrauens unterstützen!

Buchmesse Leipzig 2020 - Abgesagt

Kurz vor dem Start wurde die Leipziger Buchmesse abgesagt. Die Messe wird nicht verschoben, sondern fällt komplett aus. Bereits gekaufte Tickets können an den Veranstalter zurückgegeben werden. Was diese Absage für uns Verlage bedeutet, ist noch gar nicht absehbar. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels spricht von einem schweren Schlag für die Buchbranche.

30 Jahre Karin Fischer Verlag

Im Herbst feiert der Karin Fischer Verlag sein 30-jähriges Jubiläum. Passend dazu wird der Band 30 unserer beliebten Anthologie »Lyrik und Prosa unserer Zeit« derzeit beworben.

Nachlese zur Frankfurter Buchmesse 2019

Die Organisatoren sind zufrieden: »Die Gäste und Themen der diesjährigen Frankfurter Buchmesse scheinen den Nerv der internationalen Buch- und Kulturszene präzise getroffen zu haben – denn die Besucherzahlen sowohl an den Fach- als auch an den Publikumstagen gingen deutlich nach oben.

Mit einem Besucherplus von 9,2 Prozent am Messewochenende und einem leichten Wachstum von 1,8 Prozent an den Fachbesuchertagen ist die 71. Frankfurter Buchmesse heute zu Ende gegangen. 302.267 Besucherinnen und Besucher (2018: 285.024) kamen auf das Messegelände, das entspricht einem Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Fachbesucher lag 2019 bei 144.572 (2018: 142.016), die Zahl der Privatbesucher bei 157.695 (2018: 144.409). 7.450 Aussteller aus 104 Ländern (2018: 7.503 Aussteller aus 109 Ländern) nahmen an der Frankfurter Buchmesse teil.«

Wir hatten den Eindruck, dass an den Fachbesuchertagen deutlich weniger Besucher auf der Messe waren. Am Wochenende war hingegen die sprichwörtliche Hölle los. Besuchermassen, die sich durch die Gänge drängten und den Ständen und Büchern viel Aufmerksamkeit schenkten. Wäre es nicht schöner, wenn die Frankfurter Organisatoren sich etwas von den Leipzigern abschauen würden und die Leser an allen Tagen auf die Messe kommen könnten?

Nachlese zur Leipziger Buchmesse 2019

Die Leipziger Buchmesse konnte ihre Besucherzahlen in 2019 erneut steigern. Auf dem Messegelände und in der ganzen Stadt fanden 3.400 Veranstaltungen rund um und mit dem Buch statt. Wir waren mit unseren Büchern in der belebten Halle 3 vertreten und freuen uns, dass wir viel Aufmerksamkeit bei den Lesern wecken konnten. (25.03.2019)

Bookwire gewinnt den »digital publishing award«

Der erstmals vergebene »digital publishing award« wurde in diesem Jahr im Rahmen der Leipziger Buchmesse an unseren eBook Partner Bookwire verliehen! Wir gratulieren herzlich und freuen uns im eBook Sektor den besten Partner zur Seite stehen zu haben. (21.03.2019)

Reduzierter Mehrwertsteuersatz für E-Books in Sicht

Während das Kulturgut »Buch« – gemeint ist das Druckerzeugnis, also lt. Wikipedia-Wissen »die Sammlung von bedruckten, beschriebenen, bemalten oder auch leeren Blättern aus Papier oder anderen geeigneten Materialien, die mit einer Bindung und meistens auch mit einem Bucheinband (Umschlag) versehen ist« – während also das Kulturgut »Buch« sich seit eh und je aus gutem Grund des reduzierten Mehrwertsteuersatzes von 7 % erfreut, genießt das junge E-Book bislang nicht diesen Vorteil, sondern wird (noch) mit 19 % Mehrwertsteuer belastet.
Jetzt aber ist Änderung in Sicht, denn der Rat für Wirtschaft und Finanzen (ECOFIN) der EU hat sich Anfang Oktober d.J. einstimmig für die steuerliche Gleichbehandlung von gedruckten und elektronischen Büchern ausgesprochen, sodass mit einer entsprechenden deutschen Regelung nach Klärung noch einiger Details für spätestens 2020 gerechnet werden kann.
Alles andere wäre wohl auch denkbar merkwürdig gewesen, denn das Schutz- und Förderungswürdige beim Kulturgut »Buch« dürfte wohl kaum für eine Ansammlung von Kohlepartikeln auf stapelweise zusammengefügtem Papier gegeben sein, sondern für den mit der vermittelnden Hilfe dieses Mediums möglich werdenden Kommunikationsprozess zwischen Autor und Leser, den in gleicher Weise das E-Book eröffnet, wenn auch haptisch weniger ereignisreich. Das sehen möglicherweise indes vorrangig Kulturbeleckte und Literaturbeflissene so, der Finanz- und Wirtschaftsexperte mag da andere Einsichten haben, was keineswegs unterstellen will, dieser hätten keinen Sinn für Literatur. Denken Sie in diesem Zusammenhang an A. Breton, den Papst und Begründer des Surrealismus, der die künstlerische Kreativität des Bankers selbst in dessen beruflichem Schalten und Walten erblickte. Kommt dann noch die Liebe zur Literatur und Kunst hinzu, mag man schon der ganz besonderen Spezies der Verleger sehr nahe gekommen sein, sollen doch diese sich idealiter durch stetiges Harmonisieren kaufmännischen und kulturellen Denkens auszeichnen. Nun denn! (31.10.2018)

Buchmesse Frankfurt 2018
oder Von Büchern und Handtaschen

Die 70. Frankfurter Buchmesse schloss am 21. Oktober ihre Tore und war mal wieder ein großer Erfolg, auch für den Karin Fischer Verlag, der zum 29. Mal in Folge in Frankfurt vertreten war.
285.024 Besucher zählte die weltgrößte Bücherschau, an der insgesamt 7.503 Aussteller aus 109 Ländern teilnahmen. Das ist beachtlich und erfreulich. Weniger erfreulich sind Eintrittspreise bis zu 72 Euro an den sogenannten Fachbesuchertagen von Mittwoch bis Freitag. Das ist nur ärgerlich. Auch Autoren sind Fachbesucher. Und Verlage erhalten kostenfreien Zutritt nur in kleiner Anzahl, die in den meisten Fällen gerade für die auf der Messe anwesenden Verlagsmitarbeiter reichen. Sind Verlage, wie auch der Karin Fischer Verlag, regelmäßig auf der Leipziger und der Frankfurter Buchmesse präsent, muss das Finanzielle erst einmal gestemmt werden, zumal in Zeiten, die für den Buchhandel nicht mehr als die fetten gelten können.
So nimmt es nicht wunder, dass dieses Jahr in Frankfurt eine ganze Reihe namhafter und ehrenwerter Verlage, aber auch Dienstleister wie z.B. Großdruckereien, fehlten oder sich bewusst kleiner setzten.
Dafür boten weiterhin vermehrt Weinbauern, Starköche und manch andere Anbieter aus der Foodbranche genussreichen Ausgleich (was wohl zum Konzept der neuen Messe gehört), oder Verkäufer durchaus hübscher Handtaschen. Das lässt das Event Buchmesse aufblühen, es wird bunter. Es gibt wahrlich (noch) mehr zu gucken. Und Vielfalt lockt.
Bleibt zu hoffen, dass auch in zehn Jahren noch Besucher wegen der Bücher auf die Messe kommen und dass es einem verwirrten Besucher an der Information, der nach Ständen mit Büchern fragt, nicht widerfährt, dass die um Auskunft gebetene Servicekraft ihren Kollegen fragt: »Julius, gibt es auch Bücher auf der Messe?«
Hoffen wir auf wünschenswerte Ausgewogenheit und irgendwie Einheit in der Vielfalt. (24.10.2018)